Dekomaterial

Neben den Hauptakteuren, den Pflanzen, können aus ästhetischen Gründen auch Dekorationsmaterialien in die Hermetosphäre eingebracht werden. Für einen natürlichen Rahmen sorgen dabei natürliche Materialien, wie Stein und Holz. Doch der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.


Hermetosphäre "Reminiszenz an Caspar David Friedrich". U. Soltau ©.
Hermetosphäre mit Basalt-Kies und Basalt-Steinen von einem Bahndamm. U. Soltau ©.

Anorganisches Material ist meist problemlos, solange es das Millieu nicht nachhaltig verändert. Wie auch in der Aquaristik empfohlen, sollten die eingesetzten Gesteine chemisch neutral reagieren, also bsw. keinen Kalk enthalten. Natürlich wirkend und optisch ansprechend sind Gesteine, die in Farbe und Struktur dem Substrat entsprechen. Bimsstein, Lavastein, aber auch Basalt, Quarz oder Granit sind möglich. Auch viele andere Materialien sind vorstellbar. Hier kann man durchaus kreativ sein.


Hermetosphäre mit einem Heidekraut-Zweig. U. Soltau©.
Hermetosphäre mit einem Heidekraut-Zweig. U. Soltau©.

Auch organisches Material ist möglich. Ein gewundener Zweig kann z.B. einer Hermetosphäre einen ganz

besonderen Charakter verleihen. Bei organischen Materialien besteht nur leider oft Schimmelgefahr. Die Verwendung von Harthölzern erweist sich diesbezüglich aber als relativ unprobelmatisch. Sie mögen anfangs einen schimmligen Überzug entwickeln, dieser bildet sich aber meist nach kurzer Zeit zurück und das Holz bleibt jahrelang erhalten.
Gute Erfahrungen habe ich mit Eiche gemacht, aber auch Zweige langsam wachsender Zwerggehölz sind sehr geeignet, wie z.B. Heide, Lavendel, Thymian, Rosmarin, Salbei.
Geeignet sind auch Hölzer, wie man sie in Seen und Tümpeln findet. Wenn diese Zweige lange genug im Wasser gelagert sind, dann sind sie erstaunlich resistent gegen Schimmelbefall.

Hölzer, wie sie für aquaristische Zwecke im Zoohandel verkauft werden, sind natürlich ebenso für Hermetosphären geeignet (z.B. Moorkienholz). Ob man den dafür zu zahlenden Preis für gerechtfertig hält, bleibt dabei jedem selbst überlassen.

Xixam-Platte. Lässt sich mit einer kleinen Säge zuschneiden.
Xixam-Platte.

Interessant sind Baumfarnplatten (Xaxim). Hierbei handelt es sich um die netzartig verwobenen Leitbündel der Scheinstämme bestimmter Baumfarnarten. Deren in Platten gesägte Scheinstämme werden schon seit Langem als sehr beständige Rückwände in Terrarien verbaut. Sie werden gerne von Moosen und Farnen besiedelt. Man kann sie mit einer kleinen Säge oder einer Gartenschere auf passende Größe bringen. Die beim Zersägen anfallenden Reste können dem Substrat beigemengt werden. Zuweilen wachsen auf den Platten dann sogar Moose und Farne heran, die als Sporen schon in den Herkunftsländern auf die Stämme gelangt sind.

Ein künstliches Xixam-Ersatzprodukt nennt sich EpiWeb®. Auch dieses Kunstgewebe findet zuweilen Anwendung in der Terraristik und in der Epiphyten-Kultur. Versuche in Hermetosphären stehen noch aus, könnten aber vielversprechend sein.

Zur Dekoration ist auch die Rinde der Korkeiche geeignet. Sie ist sehr hydrophob, also wasserabweisend und daher relativ verrottungsresistent. Druch diese Hydrophobie nimmt die Korkrinde aber auch kein Wasser auf und wird, selbst unter den Bedingungen der Hermetosphäre, nur sehr widerwillig von Pflanzen bewachsen. Je nach optischer Zielvorgabe kann das wünschenswert sein, oder eben nicht.

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