Pflanzen

Pflanzen sind die Hauptdarsteller in der Hermetosphäre. Ihnen gilt unsere ganze Aufmerksamkeit.
Bei herkömmlichen Flaschengärten wird oft wenig Rücksicht genommen auf die tatsächlichen Lebensansprüche der eingesetzten Pflanzenarten. Sukkulente Pflanzen oder Graue Tillandsien werden genauso hemmungslos genutzt, wie zierende Weißmoose aus heimischen Wäldern. Alles zusammen mag dann aus Sicht des Floristen ein stimmiges Bild ergeben, aus gärtnerischer bzw. ökologischer Sicht sind solche Ensembles aber oft ein Graus. Den Pflanzen ist leider oft nur ein kurzes Leben beschieden.
Bei der Hermetosphäre verfolgen wir ein Ziel, das über reine ästhetische Aspekte hinaus geht. Hier kommen nur Pflanzenarten zum Einsatz, die den speziellen Bedingungen in der H-Sphäre im wahrsten Sinne des Wortes gewachsen sind.

80 (2)
Sehr artenreiche Hermetosphäre mit Microsorum pteropus, Bolbitis heudelottii, Selaginella sp., Biophytum sensitivum, Saintpaulia ionantha, Hemianthus callitrichoides, Drosera capensis, Microgramma sp., Bucephalandra sp., Peperomia sp., Utricularia sandersonii, Monosolenium tenerum, Riccardia chamedryfolia, „Gewächshausmoos“. U. Soltau ©.

Verwendung finden voriegend klein bleibende Rosetten-, Rhizom- und Lagerpflanzen (Lebermoose) feuchtwarmer, tropischer Herkunft. Sie bleiben, trotz der unter Leben in der H-Sphäre beschriebenen Bedingungen, bodennah und kompakt im Wuchs. Viele Stängelpflanzen (auch Laubmoose) wachsen schnell in die Höhe, werden instabil, fallen um und werden unansehnlich.

Im Folgenden eine Auswahl von Gattungen und Arten, die ich über 20 Jahre erprobten habe. Sie sind nach Blütenpflanzen, Farnen und Moosen alphabetisch sortiert. Alle genannten Arten sind gut bis sehr gut (+) für die H-Sphäre geeignet.
Auf meiner Facebookseite gehe ich unter Notizen auf viele der hier genannten Pflanzenarten im Detail ein.


Blütenpflanzen:

  • Acorus gramineus – Graskalmus (Zwergform: Acorus gramineus ‚Pusillus‘) +
  • Acoru calamus
  • Anubias bateri var. nana – Kleines Speerblatt
  • Begonia – Begonie (div. Arten z.B.: B. bowerae, B. microsperma, B. schulzei, B. foliosa seltene Arten sind über einschlägige Internetforen zu beziehen) +
  • Biophytum sensitivum +
  • Primulina  tamiana (toller Dauerblüher) +
  • Cryptanthus – Erdstern (z.B.: C. bifittatus +)
  • Cryptocoryne parva – Wasserkelch +
  • Drosera – Sonnentau (z.B.: D. capensis, tropische Arten) +
  • Eleocharis acicularis – Nadelsimse +
  • Episcia
  • Ficus – Feige (z.B.: F. pumila, F. pumila var. minuta +, F. scandens, F. punctata)
  • Fittonia albivenis (Syn.: F. verschaffeltii) – Silbernetzblätter
  • Hemianthus callitrichoides ‚Cuba‘ +
  • Hydrocotyle – Wassernabel (z.B.: H. pusilla +, H. verticillata+)
  • Hypoestes phyllostachya
  • Lagenandra meeboldii ‚Red‘
  • Lilaeopsis brasiliensis +
  • Ludisia discolor
  • Ludwigia arcuata +
  • Mimosa pudica – Sinnpflanze („Rühr-mich-nicht-an“)
  • Neoregelia (kleine Arten wie: N. schultesiana, N. ampullacea) +
  • Oerstedella centradenia
  • Ophiopogon japonicum – Schlangenbart +
  • Pellionia (z.B.: P. pulchra, P. repens+
  • Peperomia (z.B.: P. caperata, P. rotundifolia und viel andere kleinblättrige Arten) + 
  • Phalaenopsis – Hybride
  • Pilea – Kanonierkraut (z.B.: P. microphylla +, P. cadierei, P. peperonioides, P. spruceana)
  • Pinguicula  – Fettkraut (z.B.: P. esseriana)
  • Plectranthus oertendahlii (Stengelpflanze!)
  • Pogostemon (z.B.: P. erectus +, P. herlferi)
  • Saintpaulia ionantha – Usambaraveilchen (besonders die kleinen Hybriden) +
  • Saxifraga – Judenbart (z.B.: S. cuscutiformis, S. stolonifera+
  • Sinningia (z.B.: S. muscicola, S. pusilla)
  • Soleirolia soleirolii – Bubikopf (rankt stark!)
  • Syngonium podophyllum
  • Utricularia – Wasserschlauch (z.B.: U. graminifolia, U. sandersonii) +

Farne:

  • Anthrophyum plantagineum
  • Adiantum – Fraunehaarfarn (z.B.: A. raddianum, A. tenerum, A. fragrans) +
  • Asplenium – Streifenfarn (z.B.: A. bulbiferum, A. daucifolium) +
  • Bolbitis – Kongofarn (z.B.: B. heudelottii, B. heteroclita+
  • Didymochlaena truncatula +
  • Hemionitis (z.B.: H. arifolia, H. palmata)
  • Marsilea hirsuta – Zwergkleefarn
  • Microsorum pteropus – Javafarn +
  • Nephrolepis (z.B.: N. cordifolia, N. exaltata) – Schwertfarn +
  • Polypodium – Tüpfelfarn (tropische Arten)
  • Pteris – Saumfarn +
  • Selaginella – Moosfarn (z.B.: S. apoda +, S. kraussiana, S. martensii + (wuchert stark), S. serpens +, S. uncinata, S. willdenowii, u.v.m.)

Moose:

  • Hyophila involuta – Sternmoos +
  • Monosolenium tenerum – Pelliamoos (kommt bei mir regelmäßig zum Einsatz) +
  • Riccardia chamedryfolia – Gefiedertes Ohrnervmoos +
  • Vesicularia dubyana – Javamoos
  • div. tropische “Gewächshausmoose”

Moose sind ein wichtiges Gestaltungselement. Sie lassen das Gesamtbild ineinander wachsen und verleihen der Komposition einen natürlichen Rahmen. Leider sind gut geeignete Arten oft nur schwer zu bekommen, handelt es sich doch zumeist um tropische Spezies. Aquaristisch genutzte Arten sind fast alle gut geeignet.
Von heimischen Moosen ist in der Regel abzuraten. Sie sind eine Zeitlang sehr dekorativ, halten aber meist nicht lange durch. Sie etiolieren (vergeilen) und werden schnell unansehnlich. Unter den vielen mitteleuropäischen Moosarten mögen aber sicher noch einige brauchbare Vertreter zu finden sein. Hier heißt es “trial and error”.
Wer die Gelegenheit hat, der sollte sich in Gewächshäusern umsehen. Hier wachsen oft eingeschleppte tropische Moose, sowie heimische Moosarten, die mit dauerhaft warmen Bedingungen zurecht kommen. Diese sind bestens für unsere Zwecke geeignet. Auch in den Töpfen der regelmäßig im Handel angebotenen Carnivoren finden sich oft solche “Gewächshausmoose”.


Die Liste geeigneter Arten ist hiermit noch lange nicht abgeschlossen. Ich bin ständig bemüht, neue Spezies zu beproben und in mein Spektrum zu integrieren. Zukünftige Sammel-Exkursionen aber auch der mit ständig neuen Arten aufwartende Pflanzenhandel bleiben dabei von großem Interesse.

Advertisements